Pampers, Abwasch, Aufzucht – Stichwörter, die Nicole Althaus aus zweierlei Sicht kennt. Die zweifache Mutter ist nämlich Chefredaktorin des Magazins ‚wir Eltern‘. Was sie schreibt, wird am häufigsten von den Menschen gelesen, kommentiert und gebloggt, die oft nicht einmal Zeit zum Haare waschen haben: Mütter. Denn Nicole Althaus‘ prägnante gesellschaftspolitische Statements provozieren. Oder besser: Sie regen den Denkmuskel an, auf welchem Weg auch immer, eine Ansicht offenbaren zu wollen. So einleuchtend die Themen auf den ersten Blick auch scheinen mögen, dank ihrer spitzen Feder und ihrer gesellschaftskritischen und selbstironischen Art werden sie fast zum Politikum. Und das ist auch gut so.
«Ich wehre mich gegen die Reduktion auf eine Rolle»
Mein Image hat sich nicht verändert, aber ich werde heute sicher mehr wahrgenommen. Als Autorin, als politische Schreiberin, aber auch als schreibende Mutter.
In der Schweiz herrscht auch in Sachen Mütter Konkordanzpolitik. Man hat sich darauf geeinigt, dass ein bisschen arbeiten für Mütter ganz in Ordnung ist. Karriere machen aber auf Kosten der Kinder geht. Deshalb gelten hierzulande Hausmütter wie Karrieremütter als unbotmässig. Mir ist dieses ständige Bewerten von Lebensmodellen zuwider.
Dass es Tage gibt, an denen man sich nicht erinnern kann, warum man Kinder gewollt hat und Tage, deren Glück sich einem ins Herz brennt, wie ein vergilbtes altes Foto.
Natürlich geht das – nur nicht mehr so oft wie früher.
Über den gerade erst erwachenden Zynismus meiner älteren Tochter und über die kreative Hartnäckigkeit, mit der die Kleine um eine Katze gebettelt hat.
Ich lese viel und sitze gern gemütlich mit guten Freunden zusammen.
Michelle Obama. Um zu klären, wie viel Emanzipation die Rolle der First Lady verträgt. Hillary Clinton. Um zu klären, wie viel Emanzipation noch nötig ist für das Präsidentenamt.
Ich glaube nicht, dass in der Flut die Perlen untergehen. Und Kinder lernen heute schon sehr früh, im medialen Hochwasser zu schwimmen und nach ihnen zu tauchen. Das ist doch gar nicht schlecht.
Was immer die Neugier weckt, ist spannend. Hauptsache es wird gelesen.
Bildquelle: Anne Gabriel-Jürgens