„Essiggurke mit Schokoeis, bitte!“ Wer hat nicht schon von den seltsamen Essgelüsten während einer Schwangerschaft gehört! Von Erdnussbutter mit Currywurst bis zur Makrele mit Konfitüre, die Liste “Schwangerschaftsgelüste“ ist lang und für Nicht-Schwangere nur schwer nachvollziehbar. Die in der Schwangerschaft stattfindende Entwicklung ungewohnter Vorlieben auf seltsame Lebensmittelkombinationen oder dass Lebensmittel, die vorher in rauen Mengen genossen plötzlich gemieden werden, ist allseits bekannt. Oft werden die merkwürdigen Ernährungs-Eskapaden als Einbildungen abgestempelt. Jedoch tritt das „Essiggurkensyndrom“ bei fast jeder zweiten schwangeren Frau auf! Da muss mehr dahinter stecken!
Bislang ist nicht genau geklärt, warum der Appetit, vor allem zu Beginn der Schwangerschaft, Purzelbäume schlägt. Eine Erklärung stellt die hohe Hormonproduktion in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten dar, die den Geruchs- und Geschmackssinn verändert. Viele Frauen entwickeln in dieser Zeit Gelüste auf scharfe oder saure Speisen, was bei einer ansonsten ausgewogenen Ernährung kein Problem darstellt.
Heisshunger auf Haare, Erde und Co. kann auf einen Nährstoffmangel hindeuten!
Manchmal entwickeln Schwangere aber Essgelüste auf Ungeniessbares wie z.B.- Lehm, Erde oder Farbe. Andere entdecken einen Appetit auf Haare oder Stärkemehl. Diese speziellen Gelüste sind sicherlich nicht mit der Lust auf Essiggurken & Co. gleichzusetzen, sondern werden als Appetitstörung bezeichnet. In diesem Falle sollten Betroffene ihren Essgelüsten natürlich nicht nachgeben und zum Arzt gehen, da solche Vorlieben z.B. auf einen starken Eisenmangel hinweisen können.
Da unser Körper einige Appetit-Botenstoffe mit Hilfe von Eisen aufbaut, kann ein diesbezüglicher Mangel zu Appetitveränderungen führen. Weil in der Schwangerschaft ein doppelt so hoher Eisenbedarf besteht und viele Menschen schon den normalen Bedarf nicht abdecken, wird vermutet, dass es bei einem Eisenmangel in der Schwangerschaft zu Störungen bei den Nervenschaltungen des Hunger- und Sättigungszentrums und zu Fehlmeldungen kommen kann. Dies kann auch der Grund dafür sein, dass viele Schwangere eine Vorliebe für saure Früchte und Fruchtsäfte entdecken. Das darin enthaltene Vitamin C führt nämlich zu einer gesteigerten Aufnahme von Eisen aus der Nahrung.
Über die speziellen Vorlieben in der Schwangerschaft sollte sich Frau also nicht den Kopf zerbrechen. Wird nicht gerade ein „leckerer“ Haarsalat an bunter Farbsauce gegessen, führen die ungewohnten Essgelüste in der Schwangerschaft in aller Regel zu keinen Schäden bei Mutter und Fötus. Die Gelüste auf Essiggurken und Co. verschwinden oft so schnell wie sie gekommen sind.
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Achtung!
Einige Lebensmittel sollten Sie während der Schwangerschaft auch bei noch so grossem Heisshunger vermeiden: Alkohol, rohes Fleisch und Eier (Mayonnaise, Softeis, Tiramisu) sowie Rohmilch und Rohmilchkäse (z.B. Camembert) und roher Fisch (Sushi). Auch auf Leber sollten Sie wegen des hohen Vitamin A-Gehalts in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten vorsichtshalber verzichten. Ein übermässiger Koffeinkonsum (z.B. Kaffee, Energy-Drinks, Schwarztee und Cola) kann die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen. Beschränken Sie sich deshalb auf 2 – 3 Tassen Kaffee bzw. 4 – 6 Tassen Schwarztee am Tag.
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