Wer als kultivierter Mensch etwas auf sich hielt, pflegte über Kartoffeln die Nase zu rümpfen. Denn diese machen dumm und wurden als Nahrung für arme Menschen belächelt. So manches Gespött musste sich die verkannte Knolle über die Jahre hinweg gefallen lassen. Noch heute hat die Kartoffel in der Gesellschaft zum Teil einen schweren Stand und ist als Dickmacher verpönt. Schluss damit! Die so oft verschmähte Knolle ist ein hochwertiges Nahrungsmittel, das bei relativ niedrigem Kaloriengehalt zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe enthält.
Bei der Kartoffel handelt es sich sogar quasi um ein natürliches Light-Produkt, das lediglich halb so viele Kalorien enthält, wie gekochter Reis oder Teigwaren. Mit einem Fettgehalt von nur 0.3 g / 100 g verdient sie klar das Prädikat „fettarm“ . Laut Nährwerttabelle enthalten 100 g geschält und gekochte Kartoffeln 9 g Vitamin C. Dagegen können Äpfel, Pfirsiche und Zwetschgen einpacken! Auch die Mischung von löslichen und unlöslichen Nahrungsfasern macht die nahrhafte Knolle zu einem wertvollen Lebensmittel, dem ausserdem eine gute Sättigung zugeschrieben wird.
Freispruch für das Kellerkind
Problematisch jedoch ist der hohe Fettgehalt in vielen aus Kartoffeln hergestellten Produkten. Daher soll diese frohe Nachricht der positiven Eigenschaft der Kartoffel leidenschaftliche Kartoffel-Fans nicht dazu verleiten, täglich frisch und munter Unmengen von Pommes-Chips, Kartoffelauflauf und Rösti zu verputzen. Bei der Verarbeitung der Kartoffel gehen nämlich viele positive Eigenschaften verloren. So weisen Pommes- Frites einen rund 30-mal und Pommes-Chips sogar einen 120-mal höheren Fettgehalt auf als ihr fettarmer Rohstoff und enthalten zudem sehr viel Salz!
Das zu Unrecht als Dickmacher verspottete Kellerkind kann also freigesprochen werden. Nicht die Kartoffel selbst macht dick, sondern die fettreiche Zubereitung. Gegen einfache „Gschwellti“ ist also überhaupt nichts einzuwenden. Werden die im Wasser gekochten Kartoffeln dann noch gemeinsam mit etwas Käse und einem knackigen Salat serviert, haben sie im Nu eine leckere Mahlzeit auf den Tisch gezaubert, die nicht nur hervorragend schmeckt, sondern auch ausgewogen ist. Am Rande erwähnt sei ausserdem, dass es kein Nahrungsmittel gibt, das generell dick macht, es ist alles eine Frage der Menge.