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Die Spinatlüge

Wer von klein auf immer schön seinen Spinat aufisst, wird gross, stark und ein Superheld - genau wie Popeye der Seemann! Denn Spinat ist reich an Eisen, und das sorgt für starke Muckies, gesundes Blut und natürlich Bärenkräfte.

In Wirklichkeit ist Spinat jedoch gar nicht so eisenreich wie lange angenommen. Ein schlichter Rechenfehler hat dafür gesorgt, dass Generationen von Kindern mit dem grünen Gemüse vollgestopft wurden. Ein Schweizer Wissenschaftler ermittelte 1890 den Gehalt an Eisen in Spinat und gab diesen mit 35 mg pro 100 g Spinat an. Mit dieser Eisenmenge wurde der Spinat zum Topeisenlieferanten gekrönt und dabei blieb es dank unkritischem Kopieren über Jahrzehnte. Dummerweise hat der Forscher vergessen zu erwähnen, dass sich seine Messung nicht auf frischen, sondern auf 100 g getrockneten Spinat bezog. In Folge des hohen Wassergehalts von Spinat mussten Jahre danach die Werte auf 2.7 mg Eisen / 100 g hinunter korrigiert werden. Dieser Wert gehört allerdings immer noch zu den Spitzenwerten beim Gemüse. So enthalten beispielsweise 100 g Rosenkohl bzw. 100g grüne Peperoni gerade mal 0.3g Eisen. Obwohl Spinat verhältnisweise zu anderen Gemüsesorten also eisenreich ist, hemmt sein hoher Oxalat-Gehalt die Eisenaufnahme im Darm. Die aus Spinat verfügbare Eisenmenge beträgt daher nur noch 1.9%. Somit kann aus 100 g Spinat gerade mal 0.06 mg Eisen verwertet werden, was bei einem Eisenbedarf von rund 15 mg am Tag leider nicht sehr viel ist

Die "Qual" war nicht umsonst!

Doch keine Sorge, die „Qual“ in der Kindheit, Spinat essen zu müssen, hat sich dennoch gelohnt, denn Spinat ist und bleibt gesund. Das Blattgemüse enthält eine Menge Vitamin C sowie Folsäure, Betakarotin und auch Calcium. Spinat ist also nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene gut. In Spinat steckt ausserdem viel Magnesium, das Muskelkrämpfen vorbeugt und die Nerven beruhigt. 

Oxalate sind Salze von organischen Säuren. Sie kommen in fast allen Pflanzen in unterschiedlich hohen Mengen vor. Pflanzen mit einem hohen Anteil an Oxalat sind abgesehen vom Spinat beispielsweise Rhabarbern, Heidelbeeren, Randen und Peterli.

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